Mein Wochenende beim Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn
Es gibt Festivals, die brennen sich ins Gedächtnis – und dann gibt es das Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn.
Ich hatte dieses Jahr das Glück, schon einen Tag früher anreisen zu können. Das Nadelöhr „Fehmarnsundbrücke“, das bei Festivalstart oft zur Geduldsprobe wird, lag also entspannt bereits hinter mir.
Um 7 Uhr morgens stand ich mit hunderten Bullis in einer epischen Schlange zum Check-in. Eine Testfahrt für die Lichtmaschine der Geduld – aber kurz nach acht rollte ich dann stolz auf meinen Stellplatz im Sektor D.
Der erste Eindruck: Gut organisiert, tolles Gelände, perfekte Lage – und jede Menge Bulli-Vibes.

60 Programmpunkte, 2000 Bullis – und gefühlt die halbe Insel dabei
Vier Tage lang stand Fehmarn komplett im Zeichen des Bullis. Nicht nur Besitzer – auch etwa 80.000 Besucher ließen sich an diesem Wochenende vom Bulli-Fieber packen.
Die Veranstalter hatten wieder ein volles Programm geschnürt: Livemusik, Händlermeile, Vorträge, Award-Shows für die schönsten Fahrzeuge und natürlich Midsommar-Feeling pur. Alles bestens organisiert, und die Stimmung? Mega.
Die Leute waren offen, herzlich, voller guter Laune. Es dauert ungefähr fünf Minuten, bis man die ersten Gesprächspartner hat – und zehn Minuten, bis man das Gefühl hat, Teil der großen Bulli-Familie zu sein.
Und die Lage am Strand? Ein Traum.
Morgens den Kaffee mit Meerblick, abends Sonnenuntergang in Pastellfarben – so fühlt sich Vanlife an.
Kleine Alltags-Notiz: Sanitär
Ich habe tatsächlich meine Boxio Trocketrenntoilette benutzt und nicht die öffentlichen Toiletten. Ich hatte im Vorfeld nichts Gutes gelesen und dafür habe ich das Teil ja auch. Die Duschen waren voll ok. Die Spülstationen für das Geschirr waren oftmals voll mit Essensresten – aber der Party-Klientel auf den Stellplätzen entsprechend nicht verwunderlich.
Die Bulli-Disco, Händlermeile & das komplette Programm
Die legendäre T1-Bulli-Disco war ebenfalls wieder am Start. Auf der Händlermeile gab es alles, was das Bulli-Herz schneller schlagen lässt. Mit dabei waren: BENT, BUS-BOXX, GRÜNTHAL MOBILCAMPING, SALTY BLUE, SALTY HEADS, SKOTTI GRILL, SPACE CAMPER, BRISA, VOLKSWAGEN NUTZFAHRZEUGE, VANEXXT, ROADSURFER SPOTS, Campo Libre
Langweilig wurde es wirklich nicht: Entweder man schaut Bullis an, spricht mit Menschen oder findet irgendwas, was man eigentlich nie brauchte, aber unbedingt kaufen muss.
Die große Ausfahrt – 560 Bullis rollen über die Insel
Das unbestrittene Herzstück des Festivals war die Ausfahrt: 560 Busse – so viele wie noch nie – schlängelten sich über die Insel. Ich stand mittendrin. Und ich sag’s mal so: Wenn 560 Bullis hintereinander auf Tour gehen, dann fühlt man sich wie in einem historischen Film, der plötzlich real wird. Die Insel war gesäumt von Menschen, die jubelten und winkten. Wasserkanonen sorgten für Abkühlung – und niemand nahm es übel, im Gegenteil.
Das Gefühl? Eine Mischung aus Stolz, Freiheit, Gemeinschaft und purem Spaß. Ein echtes Gänsehaut-Erlebnis.
Fehmarn per Fahrrad: Mein persönlicher Geheimtipp
Wenn ich nicht gerade Bullis angeschaut oder im Festivaltrubel hing, war ich unterwegs – mit dem Fahrrad. Ich habe den Südosten der Insel erkundet: zwischen Katharinenhof, Fehmarnsundbrücke und abgelegenen Wegen, die nach Abendsonne und Urlaub riechen. So wurde mir nie langweilig – und der Kopf hat zwischendurch mal durchatmen dürfen. Sehr empfehlenswert.


Was weniger gut war: Meine nächtliche Nachbarschaft…
So sehr ich das Festival mochte – und das tat ich wirklich – ich will ehrlich sein:
Auf meinem Camping-Sektor gab es nachts bis tief in die Morgenstunden unzählige Parties, die eher nach Ballermann als Bulli klangen. Besoffene und gröhlende „Nachbarn“, dröhnende Musik, und zwar auf einer Lautstärke, die sicher auch auf dem Festland noch zu hören war. Lange Rede, kurzer Sinn: Schlafen war schwierig. Die Stimmung auf dem Festival war super – aber direkt auf dem Festivalgelände zu übernachten, muss ich nicht unbedingt noch einmal machen.
Mein Fazit: Ein Festival voller Herz, Sonne & Bulli-Magie
Ich hatte eine tolle Zeit:
- die Atmosphäre
- die Begegnungen
- die Bullis
- das Wetter
- das Meer
- die Freiheit
- das Gefühl von Gemeinschaft
Alles war genau so, wie man sich ein Bulli-Festival wünscht.

Ich werde mir einem der vielen ruhigeren Campingplätze aussuchen, mein Rad schnappen und entspannt zum Festival rollen – so wie es viele andere machen.
Aber wiederkommen?
Na klar.
Der Vibe war einfach zu gut.
Und weil nach dem Festival vor dem Festival ist…
Das nächste Midsummer Bulli Festival findet statt: 18. – 21. Juni 2026
Ein Termin, den ich mir sicher vormerke.






